„Jeder Tag ein Sieg“: Ehemaligentreffen im LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen
Ein Tag voller Begegnungen, Erinnerungen und persönlicher Erfolge
Nach sieben Jahren Pause haben wir in diesem Jahr im Festsaal Warstein wieder ein großes Ehemaligentreffen unseres LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen (RSW) veranstaltet.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen kamen rund 200 Teilnehmende zusammen. Für viele ehemalige Rehabilitand ist das Treffen ein festes Ritual. Künftig soll es wieder alle zwei Jahre stattfinden.
Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen der Ehemaligen und der Austausch über ihren Weg nach der Therapie.
Die Ehemaligen berichteten offen darüber, wie herausfordernd der Einstieg in ein suchtmittelfreies Leben war und was ihnen heute Stabilität gibt. Besonders wichtig seien verlässliche Beziehungen, die Unterstützung durch Partner:innen und Familie sowie die Selbsthilfearbeit. Viele betonten außerdem, wie wertvoll der fortbestehende Kontakt zum RSW und regelmäßige Gespräche mit ihren Therapeut:innen sind.
Ein ehemaliger Rehabilitand schilderte, dass er seine Suchterkrankung lange nicht erkannt habe. Erst durch die Langzeit-Rehabilitation habe sich seine Perspektive verändert. Heute sei für ihn klar: Alles, was jetzt kommt, ist besser als das, was früher war.
Manuela Kretzschmar, Therapeutische Leitung des RSW, würdigte die Leistungen der Ehemaligen: „Sie haben Krisen mit wachem Geist überstanden. Sie sind der Grund, für den wir diese Arbeit leisten.“
Auch ein stiller Moment hatte seinen Platz: Gemeinsam gedachten wir derjenigen, die an den Folgen ihrer Suchterkrankung verstorben sind.
Zusammen mit Dr. Angelika Schelte, Oberärztin im Zentrum für Suchtmedizin Warstein, würdigten wir zudem Christine Enste, die ehemalige Therapeutische Leitung. Seit 47 Jahren ist sie für den LWL tätig und steht für besonderes Engagement und große Nähe zu den Menschen.
Ein Höhepunkt war die Ehrung langjähriger Abstinenz unter dem Motto „Jeder Tag ein Sieg“. Dabei wurden Ausdauer und persönliche Entwicklung über viele Jahre hinweg gewürdigt – mit Abstinenzzeiten von bis zu 45 Jahren.
Das Treffen klang in offener Atmosphäre aus – geprägt von Wiedersehen, intensivem Austausch und dem Gefühl, ein Stück des Weges miteinander zu teilen.