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Gemeinsam besser unterstützen

27.05.2026 Sophia Schuck

Austausch zur Unterstützung betroffener Familien

Wie können Familien mit psychisch erkrankten Eltern noch besser unterstützt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Netzwerktreffen Kinderschutz der Regionalgruppe Lippstadt in unserer LWL-Pflegeschule Kreis Soest in Benninghausen.

Fachkräfte aus den Bereichen Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheit, Schule, Justiz und Strafverfolgung kamen zusammen, um bestehende Hilfsangebote stärker zu vernetzen und die Unterstützung für betroffene Familien weiter zu verbessern. Gerade wenn ein Elternteil psychisch erkrankt ist, sind verlässliche, gut abgestimmte Hilfen für Kinder und Angehörige besonders wichtig.

Zum Auftakt begrüßte Christiane Schirk, Netzwerkkoordinatorin für Kinderschutz der Stadt Lippstadt, die Teilnehmenden und führte in das Thema ein. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, Kinder psychisch erkrankter Eltern früh in den Blick zu nehmen und passende Unterstützung anzubieten.

Auch wir als LWL-Klinik Lippstadt haben unsere fachliche Perspektive in das Treffen eingebracht. Dr. Sascha Dargel, Chefarzt unseres Zentrums für Sozialpsychiatrie, gab Einblicke in die Entwicklung des Standorts Benninghausen sowie in aktuelle und zukünftige Ansätze der psychiatrischen Versorgung. Dabei stellte er insbesondere die Perspektive der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt.

Im Anschluss beleuchtete Dr. Friederike Reilmann-Lollies, psychologische Psychotherapeutin in unserem Zentrum für Sozialpsychiatrie, die Auswirkungen psychischer Erkrankungen eines Elternteils auf Kinder und Familien. Deutlich wurde dabei, wie wichtig ein enger Austausch zwischen den verschiedenen Professionen ist, um betroffene Familien bestmöglich zu begleiten.

Außerdem haben wir zentrale Angebote unserer Klinik vorgestellt. Dazu gehört unter anderem unsere psychiatrische Notfallambulanz, die während der Öffnungszeiten ohne Termin aufgesucht werden kann und in akuten Situationen schnelle Hilfe bietet. Auch Früherkennungsangebote sowie ambulante und stationäre Behandlungen wurden thematisiert.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der stationsäquivalenten Behandlung, kurz StäB. Mit diesem Angebot ermöglichen wir eine intensive psychiatrische Versorgung im häuslichen Umfeld. Davon können insbesondere junge Mütter, Familien mit kleinen Kindern sowie Menschen mit Angsterkrankungen profitieren. Ergänzt wird dieses Angebot durch Nachsorgeprogramme, die Patientinnen und Patienten auch nach der Entlassung weiter begleiten.

Neben den medizinischen Angeboten wurden auch psychosoziale Unterstützungsformen vorgestellt. Dazu gehören Hilfen für Angehörige sowie Beratungs- und Koordinationsangebote, die Familien dabei unterstützen, passende Hilfen zu finden und zu nutzen.

Auch weitere Projekte aus dem Kreis Soest wurden präsentiert, darunter „Echt starke Kids“ des SKM, „Flutterby“ der Caritas Warstein und „Verrückt! Na und?“ des Kreises Soest für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8. Diese Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zu Aufklärung, Austausch und Entstigmatisierung.

Ein zentraler Bestandteil des Treffens war die interdisziplinäre Fallkonferenz am Nachmittag. Anhand von Praxisbeispielen entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam konkrete Unterstützungsansätze, benannten Versorgungslücken und diskutierten Möglichkeiten für niedrigschwellige Hilfen.

Das Treffen hat erneut gezeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg ist. Nur durch eine enge Vernetzung kann Unterstützung passgenau dort ankommen, wo sie gebraucht wird: bei Kindern, Eltern und Familien.

Weitere Treffen sind bereits geplant, um den Austausch fortzuführen und die Vernetzung nachhaltig zu stärken.